Bibelwort für März 2026
Da weinte Jesus.
Johannes 11, 35Liebe Freundinnen und Freunde der Pauluskirche!
Der weinende Gott. Man könnte meinen, diese Tränen gehörten in die dunklen Stunden von Gethsemane oder an den Fuß des Kreuzes. Doch Jesus weint hier nicht über sein eigenes Schicksal. Die Tränen netzen sein Gesicht angesichts des Grabes eines Freundes. Er sieht den Schmerz der Hinterbliebenen, er spürt das Zittern in der Stimme der Trauernden – und es bricht ihm das Herz.
Hier begegnet uns kein ferner unbewegter Beweger, sondern ein Gott mit nassen Wangen. Ein Gott, der sich nicht schämt, vom Leid der Welt berührt zu sein.
Oft bleibt der „mitfühlende Gott“ eine bloße theologische Formel. Eine These, die so lange ungeprüft im Raum steht, bis uns das Leben selbst die Tränen in die Augen treibt. Wird sich Gott in der eigenen Not zeigen als der, der mitschweigt, mitfühlt, mitweint?
Unsere Gottebenbildlichkeit ist unser Auftrag: Die Rede vom mitleidenden Gott bleibt eine Attitüde, wenn wir nicht selbst durchlässig werden. Die Passionszeit bis Ostern ist die Zeit zum Innehalten und Prüfen unseres Gottesbildes. Es ist die Zeit, die Verletzlichkeit anderer auszuhalten.
Lassen wir uns in diesen Wochen berühren – von Gottes Tränen und voneinander.
Eine gesegnete, behütete Passionszeit wünscht
Pfarrerin Elke Petri und das Team der Pauluskirche
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