Bibelwort für Juli 2026
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5, 24Liebe Freundinnen und Freunde der Pauluskirche!
Wenn wir von Propheten in der Bibel lesen, denken wir an Schwergewichte. Richtige Kapazunder eben. Oder an Wahrsagende mit Glaskugel. Doch das hebräische Wort bedeutet einfach: für Gottes gerechte Sache rufen.
Neben den Großen gibt es die „Kleinen Propheten“. Das klingt fast süß – wie Zwerge im Schatten.
Einer von ihnen ist Amos. Ein echter Grenzgänger aus der Provinz, der den Mächtigen seiner Zeit den Spiegel vorhielt. Amos sah die Spaltung der Gesellschaft: Luxus auf der einen Seite, pure Armut auf der anderen. Er warnte vor einem Leben in Saus und Braus, während in der Welt die Ungerechtigkeit regiert.
Seine Frage bleibt aktuell: Wo finden wir Gott?
Gerade in den Sommerwochen entdecken wir Gott oft im Freien: am Meer stehend, vom Berggipfel blickend, dem Lichterspiel des Baumschattens zuschauend. Für eine Gotterfahrung brauche ich keine Kirche – das wäre verlockend zu sagen. Unser Glaube und der Blick für Gerechtigkeit verdunsten aber, wenn wir nicht zwischendurch als Gemeinschaft in unseren kühlen Kirchen auftanken.
Amos zeigt uns: Wir alle können „kleine Prophet*innen“ sein. Wir können im eigenen Umfeld für Gottes Sache rufen und uns selbst in der Leichtigkeit des Sommers für eine bessere Welt einsetzen. Amos weiß aber auch: Am Ende müssen wir die Welt nicht alleine retten. Er liefert dazu das schönste Bild: Wir sollen die Gerechtigkeit fließen lassen wie einen nie versiegenden Strom. Die Quelle dazu liegt nicht bei uns – die kommt von Gott.
Pfarrerin Elke Petri und das Team der Pauluskirche
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